Was sind FODMAPs?

Federkohl.
Federkohl (engl. Kale) enthält nur wenige FODMAPs und darf bei der FODMAP-armen Ernährung also auf den Menüplan. TK

Laktose, Fruktose und weitere Nahrungbestandteile verursachen bei manchen Menschen Verdauungsprobleme. Diese Bestandteile nennen die Forscher FODMAPs. Was aber bedeutet der Begriff, welche Stoffe fasst er zusammen und wie wirken sie?

Das Wort FODMAP ist eine Abkürzung und beschreibt verschiedene unverdauliche Zuckerarten und Zuckeralkohole. Es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben folgender englischer Wörter zusammen:

  • Fermentable – fermentierbare, d.h. von Darmbakterien rasch abbaubare
  • Oligosaccharides – Mehrfachzucker (Fruktane und Galakto-Oligosaccharide/GOS)
  • Disaccharides – Zweifachzucker (Laktose)
  • Monosaccharides – Einfachzucker (Fruktose)
  • And
  • Polyols – Zuckeralkohole (Sorbit, Mannit, Xylit und Maltit).

Die Australischen Forscher Dr. Sue Shepherd und Dr. med. Peter Gibson haben den Begriff FODMAP geschaffen, um damit eine Gruppe von schwer verdaulichen Nahrungsbestandteilen zu benennen. In ihrem Buch „Die Low-FODMAP-Diät“ beschreiben und erklären sie die einzelnen FODMAP-Typen.

  • Bei den Oligosachariden wirken vor allem Fruktane und Galakto-Oligosacharide als FODMAPs. Fruktane kommen besonders in Weizenprodukten und einigen Gemüsen (z.B. Zwiebeln) vor. Auch Inulin und Frukto-Oligosacchardie, die oft als Präbiotika Lebensmitteln wie Joghurt und Milch zugesetzt werden, gehören dazu. Galakto-Oligosaccharide (GOS) sind vor allem in Hülsenfrüchten wie Bohnen, Linsen und Kichererbsen enthalten.
  • Bei den Disacchariden wirkt Laktose (Milchzucker) als FODMAP. Laktose kommt natürlicherweise in der Milch von Säugetieren und damit in unterschiedlicher Menge in Milchprodukten vor. Im Dünndarm wird Laktose vom Enzym Laktase üblicherweise in seine Bausteine aufgespalten. Menschen mit Laktoseintoleranz verfügen jedoch nur über sehr geringe Mengen dieses Enzyms, weshalb sie Laktose schlecht verdauen.
  • Bei den Monosacchariden ist es die Fruktose (Fruchtzucker), die als FODMAP wirken kann. Sie ist in allen Früchten, Honig und bestimmten Süssungsmitteln aber auch in einigen Gemüsen und Getreiden zu finden. Entscheidend ist hier das Verhältnis von Fruktose und Glukose: Wenn Fruktose zusammen mit Glukose auftritt, kann sie gut aufgenommen werden. Bei einem Fruktose-Überschuss wird der Fruchtzucker jedoch nur langsam oder unvollständig resorbiert, das heisst vom Darm aufgenommen.
  • Polyole (Zuckeralkohole) kommen in manchen Obst und Gemüsearten vor. Sie werden in der Lebensmittelindustrie oft als Feuchthaltemittel oder als Süssungsmittel eingesetzt, etwa in zuckerfreien Kaugummis und Bonbons. Ihre Namen enden im Englischen häufig auf -ol, im Deutschen auf -it, etwa Sorbit, Mannit, Maltit oder Xylit.

Die Wirkung von FODMAPs

Die Forscher beschreiben den Effekt von FODMAPs wie folgt: FODMAPs werden im Dünndarm schlecht in den Körper aufgenommen. Stattdessen wandern sie in den Dickdarm weiter. Dort werden sie von Bakterien zerlegt, wobei Wasserstoff, Kohlendioxid und Methan entstehen. Dies führt zu Blähungen. FODMAPs sind kleine Moleküle, die in grosser Menge aufgenommen werden. Der Körper versucht sie zu „verdünnen“ indem er Wasser in den Verdauungstrakt einströmen lässt. Dies kann zu Durchfall führen und die Darmbewegung beeinträchtigen.

In einer Mahlzeit sind normalerweise verschiedene FODMAP-Typen enthalten. Sie alle verursachen auf dieselbe Art Blähungen und Bauchschmerzen. Ihre Wirkungen summieren sich also. Jeder Mensch unterscheidet sich gemäss den Forschern in der Fähigkeit, bestimmte FODMAPS zu verdauen. Die Low-FODMAP-Diät hilft Personen mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeit oder Reizdarm-Syndrom, langfristig symptomfrei zu leben.

Quelle und Buch-Tipp: „Die Low-FODMAP-Diät“, Dr. Sue Shepherd und Dr. med. Peter Gibson, TRIAS-Verlag Stuttgart 2015.

Die Low-FODMAP-Diät bei der Monash University.

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