Die FODMAPs zu Gast bei SRF

FODMAP-Liste im Beitrag von SRF
Screenshot: SRF

Unter dem Titel „Unspezifische Verdauungsprobleme“ berichtete das Schweizer Fernsehen SRF kürzlich über die FODMAP-Intoleranz. Im Gesundheitsmagazin „Puls“ beleuchten Betroffene, Ärzte und Ernährungsberater das Thema. Die Sendung schaffte damit einen guten Überblick über Symptome, Schwierigkeiten und Lösungen. Als Betroffene möchte ich die Sendung kommentieren.

Ich habe mich sofort wiedererkannt in den Schilderungen der beiden Betroffenen im Beitrag aus Puls: Lange keine hilfreiche Diagnose, Ungewissheit darüber, was man verträgt und was nicht, Experimente auf eigene Faust, Zutatenlisten durchackern, ewiges Suchen im Supermarkt und beim Auswärtsessen, und das Vorurteil der Simulation der Leiden.

Der Beitrag erklärt vereinfacht und leicht verständlich, was FODMAPs und die FODMAP-Intoleranz sind und beschreibt die Probleme, mit welchen die gezeigten Betroffenen kämpfen.

Systematisches Vorgehen als Schlüssel zum Erfolg

Besprochen wird auch der Weg zur Diagnose und dass dieser oft über die wenig hilfreiche Diagnose „Reizdarm“ führt. Dazu kommt die Frage nach den Ursachen und weiteren mit der Verdauung verhängten Problemen. Der Beitrag zeigt, wie man die FODMAP-Diät systematisch umsetzt und verschweigt dabei nicht, wie kompliziert und aufwändig das Ganze für die Betroffenen ist. Es kann sich aber lohnen – was ich selbst bezeugen kann!

Ich selber habe die Diät nicht so systematisch begonnen mit Verzicht-Phase und schrittweisem Austesten der verschiedenen FODMAPs. Ich denke, dass es durchaus Sinn macht, so vorzugehen, weil man dann wohl schneller als ich herausfindet, was einem gut tut und was nicht. Als ich auf die FODMAPs aufmerksam gemacht wurde, steckte die Forschung dazu noch in den Kinderschuhen und es gab auch noch keine genügend ausführliche Lebensmittelliste dazu. Oft fand ich auch widersprüchliche Angaben. Somit konnte mir meine damalige Ernährungsberaterin wohl auch keine systematische Therapie anbieten, jedenfalls hat sie es nicht getan. Das half mir wenig.

Heute bin ich immer besser informiert, weiss jetzt bei den meisten Lebensmitteln, die ich hierzulande antreffe, was Sache ist und kann Unbekanntes austesten. Dass letzteres zu eindeutigen Ergebnissen führt, setzt nämlich voraus, dass man zunächst verdauungstechnisch stabil ist. Sonst weiss man am Ende doch nicht, ob man etwas verträgt oder nicht.

Auf die Mengen kommt es an!

Was ich in der Sendung kritisch finde, ist die Äusserung des Hausarztes, dass „der psychische Faktor“ eine Rolle spiele, wenn es um die Beurteilung seitens des Patienten geht, ob er ein Lebensmittel verträgt oder nicht. Ich selbst bin bei einigen Lebensmitteln auch immer wieder zwischen verträglich und nicht verträglich hin- und hergeschwankt. Meine Erfahrung ist aber, dass dies weniger psychische Gründe hatte, sondern zu einem grossen Teil ein Informationsproblem war: Lange wusste ich nicht, dass es auf die verzehrte Menge ankommt, ob ich etwas vertrage oder nicht. Seit ich dies weiss, sind für mich diese Wackelkandidaten unter den Lebensmitteln erklärbar. Soeben habe ich mit unterschiedlichen Mengen von Kichererbsen experimentiert und siehe da: Etwa eine Handvoll meiner früheren Leibspeise kann ich ohne Probleme essen, zumindest solange ich keine weiteren heiklen Nahrungsmittel gleichzeitig aufnehme.

Ich habe den Eindruck, dass es allgemein eine Tendez dazu gibt, solche Unsicherheiten als psychisch begründet anzusehen. Ob den Patienten damit geholfen ist, ist fraglich. Ich wäre jedenfalls froh gewesen, wenn man meine Verdauungsprobleme in erster Linie als physisches Problem wahrgenommen hätte. Viele Vorurteile, gegen die ich in den letzten Jahren anzukämpfen hatte, wären so wohl gar nicht erst entstanden.

An anderer Stelle wird im Beitrag aber auch betont, dass die Mengen der aufgenommenen FODMAPs eine Rolle spielt. Das finde ich sehr wichtig, denn es bedeutet, dass man nicht auf alles ganz verzichten muss.

Gluten ist kein FODMAP

Der Magen-Darm-Spezialist korrigiert die Darstellung, dass Gluten eine Rolle spielt. Meiner Meinung nach tut er dies aber etwas zu schwach. Gluten ist kein FODMAP und kann deswegen im Rahmen der FODMAP-Diät ohne Probleme verzehrt werden. Gluten kann aber dennoch für manche Menschen ein Problem sein, was es jeweils individuell abzuklären gilt.

Schön finde ich, dass gezeigt wird, dass eine FODMAP-Diät zwar eine massive Einschränkung ist, dass man damit aber sehr gut leben kann und es einem mit der Zeit auch nicht mehr schwerfällt, weil der Nutzen, den man daraus zieht, überwiegt.

„Unspezifische Verdauungsprobleme“ – Fernsehbeitrag aus dem Gesundheitsmagazin Puls (SRF) vom 7. 12. 2015

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