Reisen mit FODMAP-Intoleranz

Essensvorrat Ferien Norwegen
Gut vorbereitet in die Ferien: Ein Teil dessen, was wir zum Essen, zur Essenszubereitung, zum Transport und zum Verzehr von Zuhause auf unsere Reise mitnahmen.

Endlich wieder einmal richtig Ferien! Was für meinen Kopf und meine Aktivitäten gilt, trifft leider nicht auf meine Verdauung zu. Wie wir uns für zwei Wochen in Norwegen organisiert und vorbereitet haben und wie es mir ergangen ist, berichte ich in diesem Blogbeitrag.

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ich mir die Ferien nur verderbe, wenn ich in dieser Zeit meiner Unverträglichkeit nicht genauso Rechnung trage wie im normalen Alltag. Mir geht so zwar ein Stück Spontaneität ab, aber das körperliche Wohlbefinden, das ich mir dadurch sichere, lohnt den Aufwand allemal.

Menüplanung und selber Kochen

Als allererstes heisst das für mich, dass ich mein Essen vorwiegend selbst zubereiten muss und jeweils alles vorbereite, was ich an einem Tag brauche und mitnehmen will. Jedesmal ins Restaurant, zum Imbissstand oder in die Konditorei zu gehen, liegt weder im Rahmen meiner Toleranzkapazitäten, noch im Rahmen meines Budgets. Deshalb haben Tobi und ich darauf geachtet, dass wir auf unserer Reise immer Kochmöglichkeiten in unseren Unterkünften hatten, wobei es sich dann in einem Fall aber nur um eine Mikrowelle und einen Kühlschrank handelte. Aber das meisterten wir mit einem Rezept, das ich später noch posten werde.

Wie gewohnt machten wir jeweils einen Menüplan für die nächsten paar Tage. Dafür und für die Einkaufslisten hatte ich extra ein kleines Büchlein mitgenommen. Der erste Morgen nach der Ankunft galt dann auch dem Einkaufen und Erkunden der dortigen Supermarktlandschaft.

Informiert vor der Abreise

Vor der Abreise hatten wir uns schon Gedanken gemacht, was wir am besten von Zuhause mitnehmen, um erstens gut gerüstet zu sein (z.B. Tupperdosen, Besteck, etc.) und zweitens nicht vor Ort in viel zu grosser Menge kaufen zu müssen (z.B. Salz und Zucker). Mein erstes Frühstück und Proviant für die Anreise packten wir auch ein. Im Kästchen findet ihr dir ausführliche Liste all dessen, was wir aus der Schweiz mitbrachten (siehe auch Foto).

Damit wir uns vorstellen konnten, was wir alles brauchen würden, recherchierte ich vorab im Internet. Wichtig war mir herauszufinden, welche laktosefreien Produkte es in Norwegen gibt und wo ich die kaufen werde. Ich stiess dabei auf die Produkte der Marke Tine. Dann schrieb ich per Kontaktformular auf deren Website eine Nachricht, um mich zu erkunden, in welchen Geschäften die Produkte erhältlich sind. Somit wusste ich, dass es in Norwegen kein Problem sein sollte, zu bekommen was ich brauchte.

Die wichtigsten Vokabeln kennen

Es lohnt sich auch, die Bezeichnungen der wichtigsten Nahrungsmittel in der fremden Sprache zu kennen, um beim Einkauf vor Ort die Zutatenlisten genügend zu verstehen. So wusste ich schon mal, dass Zwiebeln auf Norwegisch „løk“, Knoblauch „hvitløk“ heisst.

In Norwegen sprechen auch viele ältere Leute sehr gut Englisch, manche sprechen auch Deutsch. Von daher war es vor Ort dann einfach, Auskunft über die Zutaten eines Gerichts zu erhalten, zumal ich selbst gut Englisch kann. Im Falle, dass man nicht mit entsprechenden Sprachkenntnissen der Bewohner des Reiselandes rechnen kann, oder selbst die Sprache nicht spricht, sollte man eine Vokabelliste vorbereiten, die man mitnehmen kann. Allenfalls kann man jemanden, der die Sprache beherrscht bitten, einen kurzen Text mit Lebensmittelliste zu schreiben, den man dann im Restaurant dem Personal zum Lesen geben kann.

Nun zur Realität…

Im Grossen und Ganzen ist es mir während der zwei Wochen sehr gut gegangen. Es gab nur wenige Zwischenfälle, die ich auf ungeeignetes Essen zurückführen konnte. Reisetage, die jeweiligen Tage davor und die damit verbundene Aufregung machten sich schon auch im Bauch bemerkbar. Unsere Vorbereitungen haben sich meiner Ansicht nach zu 100% gelohnt!

Am ersten Tag probierte ich sogleich die sogenannten „Lompen“ (sprich „Lumpen“, ja… ;-)), eine Art Fladenbrot aus Kartoffelmehl. Leider wusste ich da noch nicht was „hvetemel“ bedeutet, das auch auf der Zutatenliste stand. Nach ziemlichen Blähungen recherchierte ich dieses Wort und es entpuppte sich als Weizenmehl. Viel war zwar nicht drin, aber ich hatte mich in übermütiger Ferien- und Probierlaune auch ziemlich gütlich getan an den leckeren Dingern.

Pläne nicht unüberlegt ändern

An einem Tag liessen wir uns etwas treiben. Geplant war, uns am morgen zwei alte Villen anzuschauen und danach einkaufen zu gehen. Da wir etwas später als gewollt aufgestanden waren, kam uns der Hunger dazwischen und wir gingen gleich runter an den Hafen, um Meeresfrüchte zu essen. Danach zog sich der Tag so dahin mit weiteren Museumsbesuchen, weil wir ja gerade in der Nähe waren, aber ich hatte keine Verpflegung für mich dabei.

Mit der Zeit hatte ich Hunger. Die Aussicht auf einen ungeeigneten Imbiss irgendwo in der Stadt zermürbte mich aber und verdarb mir schliesslich so richtig die Laune. Irgendwann brachen wir die Übung vernünftigerweise ab und gingen nach Hause, wo wir unsere schlechte Stimmung erst einmal ausschliefen. Ich hatte aber über den Tag verteilt zu wenig und auch eher ungünstige Sachen gegessen. Da war mir dann schon ziemlich flau im Magen und ich ärgerte mich, weil wir dieses Szenario durchaus hätten vermeiden können.

Immer nachfragen was drin ist, auch bei Tee!

Ich als Teetrinkerin liess mir natürlich auch entsprechend Zeit für meine Teepausen auf Reisen. Ich fand aber schnell heraus, dass man  in Norwegen kaum je reinen Grün- oder Schwarztee bekommt. Sie trinken dort meistens aromatisierte oder mit Fruchtstücken gemischte Grün- und Schwarztees. Bestellt man einen solchen, muss man sich also unbedingt danach erkunden, ob und wenn ja, welche weiteren Zutaten der Tee enthält. Earl Grey Schwarztee zum Beispiel, der mit Bergamotte aromatisiert ist, ist FODMAP-tauglich, Grüntee mit Apfel jedoch könnte gefährlich werden.

Dafür haben fast alle Kaffes und Restaurants, manchmal sogar kleine Imbissbuden, laktosefreie Milch. Und generell empfand ich die Norweger als sehr tolerant wenn ich mal einen Extrawunsch hatte oder im Restaurant etwas Mitgebrachtes essen wollte.

Packliste
Maiswaffeln
Haferkleie
Schwarze Schokolade und Marzipan-Schokoriegel
Sesamriegel
Joghurt (2 Stück)
Quark (1 Packung)
Salz
Pfeffer
Zucker
Tee (verschiedene Sorten, Teesiebe zum losen Schwarztee)
Ein paar Bananen
Eine Portion glutenfreie Teigwaren
Schnitzer
Je 2 Messer, Gabeln, Löffel und grosse Tupperdosen
Kleime Tupperdose für trockene Sachen
Zip lock-Plastiktüten
Verschlussklemmen
Eine Thermotasche
Schwamm, Geschirrtuch und ein kleines Fläschchen Spülmittel

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